Home / Beitragsübersicht / Warum Boutique-Hotels 2025 OTAs brauchen – aber anders nutzen sollten
In der gehobenen Hotellerie gibt es kaum ein Thema, das emotional aufgeladener diskutiert wird als Online Travel Agencies. Booking.com, Expedia und Co. werden oft als notwendiges Übel betrachtet: teuer, unkontrollierbar, aber unverzichtbar für die Sichtbarkeit. Diese Sichtweise greift zu kurz.
Die erfolgreichsten Boutique-Hotels haben längst erkannt, dass OTAs weder Feind noch Retter sind, sondern strategische Werkzeuge, die man intelligent einsetzen muss. Wer OTAs nur als Buchungskanal versteht, verschenkt Potenzial. Wer sie als Marketinginstrument begreift, gewinnt die Kontrolle zurück.

Der häufigste Denkfehler: OTAs als reine Verkaufsplattform
Viele Hotels betrachten ihre OTA-Präsenz rein transaktional: Eine Buchung kommt rein, 15 bis 25 Prozent Provision gehen raus. Was dabei übersehen wird: Die meisten Gäste buchen gar nicht dort, wo sie erstmals auf Ihr Hotel aufmerksam werden.
Aktuelle Studien aus 2025 zeigen, dass 65 Prozent aller Direktbucher ein Hotel zuerst auf einer OTA entdecken, bevor sie auf der Hotel-Website buchen. Dieser sogenannte “Billboard-Effekt” bedeutet: OTAs fungieren als gigantische Werbefläche, die Hotels nutzen können – ohne zwingend Provision zahlen zu müssen. > Quelle: The-Billboard-Effect
Die entscheidende Frage lautet also nicht “OTA oder Direktbuchung?”, sondern: Wie schaffe ich es, dass Gäste mich auf OTAs entdecken, aber direkt bei mir buchen?
Drei Strategien, die den Unterschied machen
1. Die OTA-Präsenz als Markenbotschafter gestalten
Viele Hotels behandeln ihr OTA-Profil stiefmütterlich. Ein paar Standard-Fotos, eine generische Beschreibung, fertig. Damit verspielen Sie die größte Chance, die OTAs bieten: Ihre Marke sichtbar zu machen.
Was stattdessen funktioniert:
- Hochwertige Bilder, die Ihre Markenidentität transportieren (nicht die Standard-Hotelfotografie)
- Eine Beschreibung, die Ihre Einzigartigkeit herausstellt, statt Ausstattungsmerkmale aufzuzählen
- Konsistenz zwischen OTA-Profil und eigener Website – gleiche visuelle Sprache, gleiche Werte
Wenn Gäste Ihr Hotel auf Booking.com entdecken und dann Ihre Website besuchen, sollte sofort erkennbar sein: Das ist dasselbe Haus, nur mit noch mehr Tiefe.

2. Den Gast auf dem Weg zur Direktbuchung begleiten
Der typische Buchungsprozess 2025 sieht so aus:
- Inspiration auf Social Media oder durch Mundpropaganda
- Recherche auf OTAs (Vergleich, Bewertungen, Verfügbarkeit)
- Besuch der Hotel-Website
- Entscheidung: OTA oder direkt?
Ihre Aufgabe ist es, an Punkt 4 überzeugende Argumente zu liefern:
- Exklusive Vorteile nur bei Direktbuchung (Late Check-out, kostenfreies Upgrade, persönliche Begrüßung)
- Preisgarantie: Seit Juli 2024 dürfen Hotels im EWR niedrigere Preise auf der eigenen Website anbieten als auf Booking.com
- Transparente Kommunikation: “Buchen Sie direkt und unterstützen Sie uns dabei, noch mehr in Ihr Gästeerlebnis zu investieren”
Wichtig: Diese Vorteile müssen auf Ihrer Website sofort sichtbar sein, nicht versteckt im Kleingedruckten.
3. Die unsichtbare Buchung verstehen
Der vielleicht wichtigste Insight: Die wertvollste Buchung ist die, die nie auf der OTA stattfindet.
Stellen Sie sich vor: Ein Gast sucht auf Booking.com nach Hotels in Ihrer Region, findet Ihr Haus, ist begeistert – und googelt dann Ihren Namen. Wenn Ihre Website professionell ist, Ihre Marke stark wirkt und der Buchungsprozess reibungslos funktioniert, bucht dieser Gast direkt. Die OTA sieht diese Buchung nie, bekommt also keine Provision.
Genau das passiert täglich, wenn Hotels ihre Hausaufgaben machen:
- Eine Website, die mindestens so gut funktioniert wie eine OTA
- Sichtbarkeit in Suchmaschinen und KI (wer gezielt nach Ihnen sucht, muss Sie finden)
- Eine klare Markenstory, die im Gedächtnis bleibt

Was das für 2025 bedeutet
Die OTA-Landschaft verändert sich rasant:
- KI-gestützte Suche: Booking.com und Expedia integrieren ChatGPT-ähnliche Funktionen
- Social Commerce: TikTok hat im August 2025 direktes Hotel-Booking über Booking.com eingeführt
- Airbnb drängt ins Premium-Segment: Die Plattform wirbt aktiv um lizenzierte Boutique-Hotels
Diese Entwicklungen bedeuten: Wer sich heute nicht strategisch positioniert, wird morgen in einem immer dichteren Wettbewerb untergehen.
Die Balance finden
OTAs sind für Hotels mit gehobenem Anspruch weder Teufel noch Heilsbringer. Sie sind ein Werkzeug. Und wie bei jedem Werkzeug kommt es darauf an, wie man es einsetzt.
Die erfolgreichsten Boutique-Hotels folgen diesem Prinzip:
- 40 bis 50 Prozent Direktbuchungen als gesundes Ziel
- OTAs als Sichtbarkeits-Partner, nicht als primärer Vertriebskanal
- Investition in die eigene Markenstärke statt Abhängigkeit von Plattformen
Ihre Gäste erwarten Perfektion, nicht nur im Haus, sondern bereits beim ersten digitalen Kontakt. Ob dieser auf einer OTA oder Ihrer Website stattfindet, spielt weniger eine Rolle als die Frage: Schaffen Sie es, in beiden Kanälen Ihre Einzigartigkeit spürbar zu machen?
Lodgic Hotelmarketing begleitet Hotels der gehobenen Kategorie dabei, ihre digitale Präsenz – auf OTAs und darüber hinaus, strategisch aufzubauen. Denn Sichtbarkeit allein reicht nicht. Es geht darum, in Erinnerung zu bleiben.
Lassen Sie uns sprechen, wenn Sie Ihre OTA-Strategie auf ein neues Level heben möchten.
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Susanne Westbrock
Seit über 15 Jahren bin ich in der Welt des Online-Marketings für Hotels zu Hause.
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